Berufsfeuerwache Wannsee(4500)<br>

14109 Berlin
Telefon: 0 30/ 387 4500 105
Löschboot
Historischer Überblick (Auszug)
- Zu Beginn der 70er-Jahre wurde beschlossen, die Feuerwachen Nikolassee (FW 13) und Wannsee (FW 20), die jeweils nur mit einem so genannten "Halbzug" ausgestattet waren, an einen neuen Standort in einer Feuerwache zusammenzufassen. Das hierfür geeignete Baugelände wurde am Kronprinzessinnenweg 19 in Berlin - Nikolassee gefunden. Mit der neuen Bezeichnung der Feuerwache in FW 20 wurde gleichzeitig die Grundstücksnummer 19 in 20 umgewandelt.
- 04.10.1972 Baubeginn der neuen Feuerwache
- 21.08.1975 Inbetriebnahme der Feuerwache
- 01.07.1976 Einrichtung eines ABC-Zuges des Katastrophen-Hilfsdienstes
- 18.06.1976 Umbenennung der Robertstraße in Scabellstraße (Ludwig Scabell war der 1. Branddirektor der Berliner Feuerwehr)
- 19.11.1976 Indienststellung des Löschbootes I Feuerwache Wannsee
- 23.04.1988 Gründung der Freiwilligen Feuerwehr Wannsee mit Jugendfeuerwehr
- 23.05.1990 Gemeinsame Gewässerschutzübung der Berliner Feuerwehr und der Feuerwehr Potsdam
- 01.03.1992 Alle Feuerwachen erhalten durch die Umgliederung der Abschnitte neue Wachnummern, die Feuerwache Wannsee erhält die Bezeichnung FW 4500, die Freiwillige Feuerwehr FF 4501 und die Jugendfeuerwehr JF 4501
- 09.10.2004 die Freiwillige Feuerwehr Wannsee sowie die Jugendfeuerwehr Wannsee schließt sich mit der Freiwilligen Feuerwehr Wilmersdorf zusammen und bildet die Freiwillige Feuerwehr Zehlendorf
Personalstärke der Feuerwache Wannsee
Die personelle Sollstärke der Feuerwache beträgt 63 Kollegen. Es werden am Tage und in der Nacht 12 Funktionen besetzt.
Einsatzfahrzeuge der Feuerwache Wannsee
1 Lösch- und Hilfeleistungsfahrzeug - LHF
2 Rettungswagen - RTW
1 Rettungswagen - RTW 4504 Martin Luther Krankenhaus
1 Feuerwehranhänger Rettungsboot - FwA-RTB
1 Tragkraftspritzenanhänger - TSA
Einsatztätigkeit der Dienstelle
Diese Zahlen entnehmen sie bitte dem offiziellen Jahresbericht im Download-Bereich unserer Seite.
Veranstaltungen der Feuerwache Wannsee
Auf Grund der Grundstücksgröße und der günstigen Lage im Wald- und Seengebiet Berlins mit guter Anbindung an Autobahn, Bus- und Bahnverkehr bietet sich hier die Möglichkeit an, eine Vielzahl von Veranstaltungen durchzuführen, die als Dienst-, Sport- und Freizeitveranstaltungen von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Berliner Feuerwehr organisiert werden.
Kontaktfeuer
Zuerst sei hier das von der Berliner Feuerwehr veranstaltete "Kontaktfeuer" genannt, das bereits am 13.05.1976 zum ersten Mal auf dem Villengelände durchgeführt wurde. Im Rahmen eines Gartenfestes mit Unterhaltung, Spielen, ausgewählten speziellen Einsatzvorführungen und Musik haben Angehörige der Berliner Feuerwehr sowie der Berliner Werk- und Flughafenfeuerwehren die Möglichkeit erhalten, Kontakte zu Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern von Polizei, Senatsdienststellen, Firmen, Rundfunk, Fernsehen und Presse sowie den Hilfsorganisationen (ASB, THW, DLRG, DRK, JUH, MHD) zu intensivieren. Die Planung und Durchführung wird vom Büro der Landesbranddirektion und der Arbeitsgemeinschaft Betrieblicher Brandschutz (AGBB Berlin) gemeinsam mit der Feuerwache Wannsee vorgenommen. 1998 fand das traditionelle "Kontaktfeuer" mit über 800 geladenen Gästen zum 22. Male statt.
Pensionärstreffen
Zwei Tage nach dem "Kontaktfeuer" wird in der Regel das traditionelle Pensionärstreffen der Berliner Feuerwehr durchgeführt. Es ist ein Treffen der Ruheständler mit den noch im Dienst befindlichen Kolleginnen und Kollegen der Feuerwachen, Abschnitte und Abteilungen und dient dem Erfahrungsaustausch und der Kontaktpflege. Das erste Pensionärstreffen war am 25.06.1980.
Waldlauf
Diese Herbst-Veranstaltung findet jährlich einmal statt. Am 18.11.1981 gab der damalige Landesbranddirektor Kurt-Werner Seidel erstmalig den Startschuss zu einem Crosslauf für Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Berliner Feuerwehr. Der Startschuss erfolgte vor dem Wachgebäude. Die Rundstrecke führte über 5,8 km durch den angrenzenden Grunewald zurück zur Feuerwache. Geplant und durchgeführt wurde und wird diese Sportveranstaltung von den Mitarbeitern der Feuerwache Wannsee. Seit 1981 findet diese Veranstaltung jährlich einmal im Oktober bzw. November statt. Seit einiger Zeit erfolgt die Organisation in Zusammenarbeit mit der Abteilung V (Feuerwehrschule). Für die Teilnehmerinnen und Teilnehmer gibt es eine Einzel- und eine Mannschaftswertung. Die drei Erstplatzierten des Laufes, und die Sieger jeder Altersklasse werden mit Pokalen ausgezeichnet. Außerdem erhält die Siegermannschaft einen Wanderpokal.
Weitere Veranstaltungen
Während des ganzen Jahres finden in der Villa als auch auf dem Wachgelände und in der Feuerwache Veranstaltungen unterschiedlichster Art statt. Neben Besichtigungen der Feuerwache Wannsee und insbesondere des Löschbootes durch in- und ausländische Besuchergruppen, werden Veranstaltungen wie Tage der offenen Tür, Sitzungen, Seminare, Workshops, Aus- und Fortbildungen sowie Arbeits- und Projektgruppen der Abteilungen, der Abschnitte, der Feuerwachen, der Freiwilligen Feuerwehren Berlins, der Jugendfeuerwehren, des Personalrates, Senatsdienststellen, der Betriebssportgruppe u.s.w. durchgeführt.
Die Villa wird und wurde auch für verschiedene Spielfilme und Fernsehserien als Kulisse genutzt, unter anderem für die Fernsehserie "Der Havelkaiser".
Besichtigungen von Schulklassen, Vorschulklassen und Kindergärten
Ein neues breites Aufgabenfeld wird seit einigen Jahren von der Feuerwache Wannsee zusätzlich wahrgenommen, die Brandschutzerziehung. Früher meldeten sich die Schulklassen und Kindergärten in den Feuerwachen zu Besichtigungen an. Es wurden ihnen dann die Fahrzeuge und Geräte sowie Einrichtungen von den Mitarbeitern der Feuerwache vorgestellt und erklärt. Nunmehr werden den Lehrern und Erziehern im Rahmen der Brandschutzerziehung entsprechende Fachberatungen und den Schülern Vorführungen sowie anschauliche Hinweise durch freiwillige ehrenamtliche Mitarbeiter der Berliner Feuerwehr zu teil. Nach dieser ausführlichen Vorbereitung, die ein Bestandteil des Unterrichts in der Schule ist, erfolgt als Abschluss die Besichtigung einer Feuerwache. Hier können die Kinder und Jugendlichen dann auf Grund des inzwischen Erlernten Fahrzeuge und Geräte der Feuerwehr zum Anfassen erleben und sich anschauen.
Besonderes
Die Feuerwache Wannsee hat in ihrem Ausrückebereich neben den großen Wald-und Seengebieten auch längere Autobahnabschnitte sowie Fern- und Regional- bahngleisanlagen. Neben vielen Senioren- und Pflegeheimen gibt es mehrere private Kliniken sowie Krankenhäuser. Auch der Forschungsreaktor des Hahn- Meitner- Instituts mit den dazu gehörigen Forschungslaboratorien und dem Zwischenlager für radioaktive Abfälle für das Land Berlin sind hier vorzufinden. Alle genannten Einrichtungen, Gebäude und Verkehrsanlagen, aber auch der Ausflugsverkehr an den Wochenenden und Feiertagen, bilden zusammen die typische Einsatzcharakteristik dieser Feuerwache.
Die unsichtbare Plattform der Feuerwache Wannsee
An der Ausfahrt des Löschboothafens ist unter Wasser in ca. 6m Wassertiefe eine Arbeitsplattform für die Taucher der Berliner Feuerwehr verankert. Diese Plattform wird für Übungszwecke sowie für die Ausbildung der Feuerwehrtaucher in bestimmten handwerklichen Unterwassertätigkeiten, beispielsweise für Holz-, Stein- und Metallarbeiten (Nageln, Sägen, Schrauben, Nieten, Meißeln, Bohren u.s.w.) verwendet. Gleichzeitig wird sie auch von den Tauchern der Polizei und von den Rettungstauchern der DRK-Wasserwacht für solche Unterwasserarbeiten genutzt.
Die Slipanlage der Feuerwache Wannsee
Die zu Beginn der Inbetriebnahme der Feuerwache Wannsee installierte Slipanlage wurde 1997 mit Gitterrosten versehen und wird seit dem von den Feuerwachen und der Abteilung V (Feuerwehrschule) zur Aus- und Fortbildung genutzt. Die Slipanlage, die Steganlage, das Löschboot und alle anderen in der Nähe befindlichen Hafenanlagen, Badestrände und die Wasserskistrecke sowie der rege Schiffsverkehr durch Segel- und Motorboote aber auch durch die Fahrgastschifffahrt bieten ein ideales Übungsgebiet für das Fahren auf dem Wasser. Mit den Rettungsbooten werden neben den "normalen" Übungen des Anlegens, Ablegens und Mann über Bord Manöver auch Ölsperren ausgelegt und das Übersteigen auf größere Schiffe wie auch die Übernahme von Verletzten geübt.
Von der Berliner Feuerwehr gerettet! - Die Villa Wannsee

Dass die Feuerwehr Häuser vor Brandschäden schützt, wird als selbstverständlich angenommen; dass sie aber auch Häuser vor dem Abriss bewahrt, ist ungewöhnlich. Beim Neubau der Feuerwache am Kronprinzessinnenweg in Wannsee - dem markant schwarz-roten Gebäude mit der überdimensionalen gelben Hausnummer 20 - wusste man zunächst mit der auf dem rückwärtigen Teil des Grundstücks liegenden, gut proportionierten, maßvoll mit Jugendstilornamenten dekorieten Villa nichts Rechtes anzufangen.
Wieder einmal drohte hier Abriss, bis dem (öffentlichen!) Bauherrn und dem (öffentlichen!) Architekten der rettende Gedanke kam, das Haus wieder herzurichten und für Sonderzwecke der Feuerwehr (als Schulungs- und Veranstaltungshaus) zu nutzen. So manches gefährdete Haus wäre leichter zu retten, wenn rechtzeitig eine vernünftige Nutzung angeboten werden könnte.
Das 1907 von Friedrich Metzing für die Eigentümerin Elise Hertzog gebaute Haus hat eine ganz interessante Geschichte, schon ein Jahr später ließ der neue Eigentümer Zaar einen Pavillon und eine Gartenmauer errichten. Doch auch in der Folge wechselte das Haus schnell seine Besitzer. Ende Dezember 1911, erhielt als neuer Eigentümer der Komponist Jean Gilbert (eigentlich Max Winterfeld, 1879-1942) die Baugenehmigung für eine zweigeschossige Seeveranda. Gilbert war (und ist teilweise noch) in Berlin sehr bekannt; er hat über 60 Operetten geschrieben, darunter die "Kinokönigin", "Polnische Wirtschaft" und den Evergreen "Puppchen". Doch auch er behielt das Haus nicht lange, schon 1919 wurde als Eigentümer der Kaufmann Siegfried Küttner genannt, dann der Bankier Kurt Lehmann und andere, bis dann 1935 als Eigentümer das Deutsche Reich - Reichsminister der Finanzen - eingetragen wird. Man ahnt, wie dieser Besitzerwechsel zustandegekommen ist. Das Reichsforstamt hat in diesem Hause eine exterritoriale "Internationale Forstzentrale" eingerichtet. Nach 1945 wurde das Gebäude dem Sender RIAS für seine "Singereien" und andere Sendungen übergeben, beispielsweise für die damals beliebte und bekannte Kindersendung "Onkel Tobias". Damit war der Bezug zur Musik wiederhergestellt, wenn auch einer ganz anderen als der Jean Gilberts.
Die Villa nimmt - bei strenger Axialität - mit Veranda, Terrasse und Freitreppe eindeutig die Beziehung zum Wannsee auf. Der vorgelagerte Bootssteg wird heute in rechtem Sinne genutzt, als Liegestation für das Feuerlöschboot. Die sparsam angewendeten Jugendstilelemente sind durch die Restaurierung bei aller Zurückhaltung zur Geltung gebracht worden, sodass ein gutes Bild des ursprünglichen Zustandes entstanden ist. Die Architekten der Wiederherstellung waren die Mitarbeiter der Entwurfsabteilung des Senatshochbauamtes unter der Leitung von Rainer G. Rümmler, die auch die Feuerwache in ihrem unverwechselbarem Stil erbaut haben.




